Zurück aus der Sommerpause

Seit vorletztem Sonntag sind wir wieder zurück aus der Sommerpause und haben uns gefreut bereits einige von euch zu begrüssen.
 
Ferien ermöglichen es uns den Alltag hinter uns zu lassen, sie schenken uns Zeit uns vermehrt treiben und Gewohnheiten ruhen zu lassen und uns Neuem, Unbekanntem zu öffnen. Hin und wieder unsere kleine Welt hinter uns zu lassen weitet unseren Horizont.

Dabei geschieht es bei mir jeweils von selbst, dass ich zurückzuschaue - auf die letzten Wochen und Monate. Ist das bei dir auch der Fall? Diese Rückschau empfinde ich sehr hilfreich, um das Leben wieder neu zu adjustieren, so fühlt es sich nach den Ferien immer wie ein keiner Neuanfang an. Vielleicht stellt man fest, dass eine alte Gewohnheit losgelassen und stattdessen für etwas Neues Platz gemacht werden soll. Oder wir verspüren Elan und haben Ideen für unsere Freizeit oder spezifische Themen in unserem Leben anzugehen. 
 
Ich hatte während meinen Ferien Zeit für Gedanken. Einen davon möchte ich gerne mit dir teilen:
 
Ich «glaube» an gute Gewohnheiten, diese prägen meinen Alltag. Einige davon stammen aus dem Ayurveda, der Schwesterndisziplin des Yoga. Wörtlich übersetzt bedeutet Ayurveda die Wissenschaft des Lebens (Ayus = Leben und Veda = Wissen). Oberstes Ziel des Ayurveda ist das Gleichgewicht von Körper, Geist, Seele und Umwelt. Im Ayurveda geht es unter anderem um Empowerment bzw. Selbstverantwortung; bei sich selbst anzukommen, zu reflektieren und zu lernen sich selbst zu helfen. Eines der wichtigsten Prinzipien im Ayurveda ist die REGELMÄSSIGKEIT. Darum und weil ich bei mir selbst feststelle, wie sich gute Gewohnheiten und Regelmässigkeiten positiv auf meine Lebensqualität auswirken, bin ich eine Verfechterin dieses Prinzips.
Während den Ferien, fernab vom Alltag, in einem fremden Land, ist es allenfalls nur beschränkt möglich, unsere guten Gewohnheiten fortzuführen oder sie stehen uns vielleicht sogar im Wege, wenn wir in eine fremde Kultur eintauchen und Spontanität zulassen möchten. Welche Gedanken und Gefühle löst es aus, wenn wir gezwungen werden auf Gewohntes zu verzichten und uns auf Neues einzulassen?
 
Im Yoga gibt es das wichtige Prinzip des Nicht Anhaftens; "Vairagya". Dieses Prinzip beruht auf der Tatsache, dass das Leben ständigen Veränderungen unterworfen ist. Im Weitesten Sinne geht es darum, dass wir uns nicht mit unserem Körper und Geist identifizieren. Praktisch in unserem Leben geht es bei "Vairagya" darum, dass wir nicht an unseren Vorstellungen und Wünschen anhaften, weil wir dadurch mögliche Erfahrungen und Möglichkeiten in unserem Leben beschränken und auch weil Anhaftung unweigerlich zu Leid führt, weil sich die Dinge verändern, ob wir dies wollen oder nicht. Bei "Vairagya" geht es um die Erkenntnis und innere Einstellung, dass uns ein ausschliesslich äusseres Leben nicht glücklich macht bzw. dass man alleine durch die Erfüllung von Wünschen nicht dauerhaft glücklich werden kann. Dabei ist "Vairagya" ein mentaler Bewusstseinszustand. Das heisst, Jemand kann zum Beispiel inmitten von Wohlstand diese Geisteshaltung leben, wohingegen eine besitzlose Person sich allenfalls an dem wenigen anhaftet, was er/sie besitzt.
 
Nun, auch wenn es um positive Gewohnheiten geht oder auch anderes Gutes, Bequemes und Nützliches in unserem Leben, können diese Dinge zu einem Gefängnis werden, wenn wir zu sehr anhaften und die Fähigkeit verlieren loszulassen, zu vertrauen und uns ins Unbekannte zu entspannen. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan und wir werden im Leben immer wieder herausgefordert dies zu üben. UND – wie könnte es anders sein…der Yoga kann uns dabei sehr unterstützen!

Übrigens ist die aktuelle Hitze die ideale Temperatur für unsere Yoga-Praxis. Wir freuen uns auf schweisstreibende Lektionen bei uns im Studio.

Bis bald auf der Yogamatte

Claudia

Yoga am Zürichberg